Die Untersuchung der Venen
beinhaltet in erster Linie:
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die Krankengeschichte (Anamnese)
mit den derzeitigen, früheren Beschwerden, früherer venöser
Erkrankung (Thrombosen?, Venenentzündungen?, Lungenembolien?), sowie
Behandlungen (Operation?, Verödung?, Blutverdünnung?), früherer anderweitiger
Erkrankungen, sowie medikamentöser Behandlungen.
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die körperliche Untersuchung (Status)
zeigt dem Arzt den derzeitigen Zustand der Beine (Schwellungen?
Verhärtungen oder Verfärbungen der Haut?, Ekzem?, Narbe nach Geschwür?
Geschwür?). Weiterhin werden erhoben: Fehlstellungen der Beine, die
die Wadenmuskelpumpe weniger effizient machen, Übergewicht, etc.
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die Ultraschalluntersuchung der Venen
erfolgt heute meistens im Sinne einer gleichzeitigen Darstellung des
Blutflusses und eines Ultraschallschnittbildes (B-Bild). Der Blutfluss
kann sowohl im Sinne einer blau-roten farblichen Darstellung im Rahmen
des Ultraschallschnittbildes erfolgen (siehe Bild) wie auch als schwarz-weißes
Kurvenbild. Letzteres erlaubt eine genauere Quantifizierung und Auswertung
der Blutflüsse. Die Kombination von Ultraschallschnittbild mit graphischer
Darstellung der Blutflüsse wird als Duplex-Sonographie (sozusagen zweifach
Ultraschall) bezeichnet. Die zusätzliche farbliche Darstellung der Blutflüsse
wird als Triplex-Sonographie (dreifach Ultraschall) oder als farbcodierte
Duplex-Sonographie bezeichnet. In den letzten Jahren hat die Duplex-Sonographie
bzw. farbcodierte Duplex-Sonographie die wesentlich belastendere Röntgenkontrastmitteldarstellung
der Beine weitgehend ersetzt. Das Ultraschallschnittbild (B-Bild) erlaubt
die Beurteilung der Weite der Gefäße, ihres Verlaufes ( mehr oder weniger
stark geschlängelt oder nicht), der Wandbeschaffenheit (verdickt, Veränderungen
im Sinne einer abgelaufenen Venenentzündung oder Thrombose), einfach
oder doppelte Anlage eines Gefäßes (eine häufige Ursache für eine Fehlbefundung).
Die Darstellung der Blutflüsse, sei es graphisch oder farbcodiert, erlaubt
eine Beurteilung der Blutflussgeschwindigkeit, der Blutflussrichtung
und hell durchbluteten Öffnung des Gefäßes (Volumen). Bei der Beurteilung
der Krampfadern sind die Weite des Gefäßes sowie Blutflussrichtung die
entscheidenden Beurteilungskriterien.
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Die Röntgenkontrastmitteldarstellung der Venen (Phlebographie)
ist in den letzen Jahren zusehends durch die Duplex-Sonographie
bzw. Triplex-Sonographie ersetzt worden, sowohl bei der Beurteilung
von Krampfadern wie auch bei der Beurteilung von fraglichen Thrombosen.
Zur Darstellung von Krampfadern erfolgt die Kontrastmitteleinspritzung
in eine Vene am Fußrücken (meistens oberhalb der Großzehe) und durch
einen oberhalb der Knöchel angebrachten Stau wird das Blut in die tiefen
Venen abgedrängt. Nun kann das Blut über die tiefen Venen, die somit
auch beurteilt werden können, bis zur Kniekehle und zur Leiste abfließen.
Wenn das Blut in der Leiste angelangt ist, wird der Patient aufgefordert,
mittels Bauchpresse einen hohen Blutdruck im Bauraum zu provozieren,
so dass das Blut nach unten gedrückt wird. Bei gesunden Venenklappen
kann das Blut nicht nach unten gepresst werden. Sind die Venenklappen
im Sinne von Krampfadern zerstört, wird das Blut entlang der Krampfader
soweit nach unten gepresst, bis die erste intakte Venenklappe auftritt.
Aufgrund von Komplikationsmöglichkeiten und Nebenwirkungen wird die
Röntgenkontrastmitteldarstellung heute nur noch in ausgesuchten Fällen
durchgeführt. An der Punktionsstelle können Venenreizungen und Entzündungen
(Thrombophlebitiden) auftreten. Während des Kontrastmittelabstromes
kommt es zu einem leichten Hitzegefühl, gelegentlich zu Schmerzen. Selten
sind Thrombosen der tiefen Beinvenen möglich. Die früher häufigen Unverträglichkeiten
des Kontrastmittels mit Allergien oder Kollaps werden bei den neueren
Kontrastmitteln seltener gesehen. Weiters spricht gegen die Phlebographie
die Schmerzhaftigkeit der Venenpunktion am Fußrücken sowie der relativ
hohe Aufwand und die höheren Kosten. In ausgesuchten Fällen ( keine
ausreichende Aussage durch die Duplex-Sonographie, geplanter Operation
bei Zustand nach Venenthrombose, gutachterliche Fragestellungen) ist
die Phlebographie nach wie vor eine ausgezeichnete und unverzichtbare
Untersuchungsmethode.
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Die Darstellung der Venendruckkurve (Phlebodynamometrie)
erlaubt unter Betätigung der Wadenmuskelpumpe eine Gesamtdarstellung
der Funktion der Venen eines Beines. Sind die Venen vollkommen durchgängig
und sämtliche Venenklappen funktionsfähig, dann führt die Aktivierung
der Wadenmuskelpumpe (der Patient sitzt, lässt die Ferse auf dem Boden
und hebt und senkt die Zehenspitzen in einem vorgegebenen Rhythmus 8
x, wobei die Wadenmuskeln rhythmisch angespannt und entspannt werden)
zu einem Druckabfall in den Venen. Lässt der Patient anschließend die
Fußsohle bewegungslos auf dem Boden, kommt es beim Gesunden zu einer
langsamen Wiederauffüllung des Venendruckes durch den arteriellen Einstrom
der Schlagadern. Bei Krampfadern kommt es zusätzlich zum Einstrom des
Blutes über die Schlagadern zu einem Rückstrom des Blutes von oben nach
unten aus den Krampfadern, somit zu einer schnelleren Wiederauffüllung
des Blutdruckes. Diese Wiederauffüllzeit wird in Sekunden gemessen.
Normal ist eine Wiederauffüllzeit von 25 Sekunden oder mehr. Bei einem
Verschluss von Venen im Sinne einer Thrombose oder als Restzustand nach
einer Thrombose ist die Abpumpfunktion verringert, was ebenfalls durch
die Venendruckmessung (Phlebodynamometrie) erfasst wird. Da die eigentliche
Venendruckmessung ähnlich wie bei der Phlebographie durch das Einstechen
einer Nadel (Punktion) in eine Fußrückenvene schmerzhaft ist, wurden
unblutige Verfahren entwickelt.
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Die Lichtreflexionsrheographie (LRR) (unblutige Venendruckmessung)
untersucht ähnlich wie die Phlebodynamometrie statt des
Blutdruckes die Farbe der Haut je nach Füllungszustand der Hautvenen.
Bei starker Füllung der Hautvenen ist die Haut dünkler, bei geringer
Füllung der Hautvenen ist diese heller. Bei gesunden Venen wird somit
die Aktivierung der Wadenmuskelpumpe zu einem starken Abblassen der
Haut und zu einer langsamen Dunkelfärbung der Haut führen. Bei Venenkranken
ist das Abblassen der Haut geringer ausgeprägt bzw. wird die Haut schneller
dunkel durch das über Krampfadern von oben nach unten zurückströmende
Blut. Eine neuere Fortentwicklung der Lichtreflexionsrheographie ist
die sog. Photoplethysmographie, die zusätzlich zur bildlichen Darstellung
der Venendruckkurve eine zahlenmäßig computerunterstützte Interpretation
liefert.
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